In Zeiten des demografischen Wandels sind Projekte, die die verschiedenen Generationen zusammenführen wichtig, um gegenseitig Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse zu wecken. Insbesondere in Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten bzw. Schulen und Seniorenheimen haben sich die Begegnungen der Generationen in den unterschiedlichsten Projekten schon etabliert.
Landesübergreifend geben folgende Maßnahmen Impulse:
- Im Modellprogramm "Erfahrungswissen für Initiativen - EFI" wurden in den vergangenen vier Jahren 80 seniorTrainerinnen und seniorTrainer ausgebildet, die ihre Erfahrungen und Kenntnisse Projekten vor Ort zur Verfügung stellen. Hierbei haben die seniorTrainerinnen und seniorTrainer insbesondere generationenübergreifende Initiativen gestartet, wie Hausaufgabenbetreuung, Unterstützung einer Schulbibliothek, Lesetreffs, Aktionstage für Jung und Alt, Mitarbeit bei der Aktion "72 Stunden", Arbeit als Arbeitsmarktmentor für junge Menschen, Entwicklung von Stammtischen für Wohnprojekte von Jung und Alt und vieles mehr. Der erfolgreiche Verlauf des Bundesmodellprojektes führte zu der Entscheidung, die Qualifikation zu seniorTrainerinnen und senior-Trainern ab 2006 als rheinland-pfälzisches Projekt, getragen vom federführenden Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, dem Ministerium des Innern und für Sport und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, weiterzuführen.
- Im Jahr 2007 wird das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit einen Sonderpreis zu intergenerativen Projekten unter dem Titel "Unser Dorf soll Begegnung ermöglichen" ausschreiben. Die Gemeinden, die sich im Rahmen des Wettbewerbs "Dorf mit Zukunft" für den Landesentscheid qualifiziert haben, können sich mit Projekten und Gestaltungsmaßnahmen zu den Themen "Generationen im Dialog", "Wohnen von alt und jung" sowie "Begegnungsmöglichkeiten der Generationen" in der dörflichen Gemeinschaft bewerben.
- Unter Federführung des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend hat sich eine Gruppe von Lehrkräften unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der pädagogischen Serviceeinrichtungen, der Landeszentrale für politische Bildung und des Geschichtslehrerverbandes zusammengefunden, die daran arbeitet, den Einsatz von Zeitzeugen in Rheinland-Pfalz systematisch zu gestalten und zu unterstützen. In diesem Zusammenhang entsteht eine Handreichung, die didaktische und methodische Hinweise sowie Adressen zur Vermittlung von Zeitzeugen beinhalten soll. Zudem sind für 2006 Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer zum Einsatz von Zeitzeugen in der Schule geplant.
- Mit dem Generationenpreis des Ministerpräsidenten wird ehrenamtliches Engagement gewürdigt, das das Miteinander und Füreinander von jungen und älteren Menschen unterstützt und stärkt. Der Preis wird alle zwei Jahre vom Ministerpräsidenten verliehen und ist mit jeweils insgesamt 5.000 Euro dotiert. Der Generationenpreis soll das Zusammenleben von Alt und Jung fördern. Die Beiträge, mit denen sich auch Kinder- und Jugendorganisationen um den Preis bewerben sind vielfältig und kreativ. Die öffentliche Anerkennung motiviert zu außerordentlichem Engagement in ganz unterschiedlichen Bereichen. Im Jahr 2004 wurde beispielsweise der Deutsche Kinderschutzbund Wittlich für das Lesefest "Märchen verbindet" genauso ausgezeichnet wie der Bund Deutscher Pfadfinder aus Waldlaubersheim für ein Generationenprojekt mit Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück.


