"Die Jugendministerkonferenz setzt sich im Sinne einer umfassenden Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe für eine ressortübergreifende Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe, Bildung, Schule, Sport, Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Gesundheitspolitik ein. Sie hält es für erforderlich, Gesundheitsförderung interdisziplinär und sozialraumorientiert in Kooperationsstrukturen auszubauen." Dies ist ein Auszug aus dem Beschluss der Jugendministerkonferenz vom Mai 2005, dessen Vorlage von Rheinland-Pfalz eingebracht wurde. Folgerichtig wurde die Förderung der Gesundheit von Kindern in Rheinland-Pfalz 2004/05 zum Schwerpunkt. Die landesweite Durchführung eines Kindergesundheitsjahres unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, die Hervorhebung des Themas "Gesundheit für Kinder und Familien" innerhalb der Kampagne "VIVA FAMILIA" sowie die Schaffung eines Instrumentariums zur Qualitätsentwicklung im Bereich der Bewegungsförderung durch die Ausschreibung des neuen Gütesiegels "Bewegungskindergarten" mit dem Aufbau eines Netzes von fachberatenden Kindergärten sowie die Intensivierung des Fortbildungsangebotes für Erziehungsfachkräfte und Lehrkräfte durch das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend setzten deutliche Signale.

Einführung
Frühe Gesundheitsförderung
Die Realisierung des Höchstmaßes an erreichbarer Gesundheit für alle Kinder ist eine grundlegende Voraussetzung für die positive Entwicklung der Kinder auch in anderen Bereichen, für den Spaß am Leben, für das Lernen, für das Selbstbewusstsein und die Chancengleichheit. Prävention und Gesundheitsförderung müssen deshalb so früh wie möglich ansetzen, denn gesundheitliche Störungen und gesundheitsschädigende Verhaltensweisen beeinträchtigen nicht nur die Entwicklung im Kindesalter, sondern stellen gleichzeitig Gesundheitsrisiken für das Erwachsenenalter mit weit reichenden Auswirkungen und Folgeschäden dar.
- Im "Kindergesundheitsjahr" widmete sich die Auftaktveranstaltung deshalb dem Thema "Gesundheit und Schwangerschaft und Geburt". Fachkräfte und Eltern konnten sich zu den Themen Folsäure, Gesunder Babyschlaf, Schutz durch Stillen sowie Vorsorge durch Früherkennung informieren und miteinander diskutieren. Mit Unterstützung und finanzieller Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit wurden an vielen Orten in Rheinland-Pfalz zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Auf regionalen Gesundheitstagen, Kindergesundheitstagen und -wochen haben Eltern, Kindergärten und Schulen, Kinderärztinnen und -ärzte, der Öffentliche Gesundheitsdienst, Sportvereine und Krankenkassen gemeinsam Ideen, Maßnahmen und Projekte zur Kindergesundheit entwickelt. Für die Unterstützung der regionalen Gesundheitsförderung vor Ort im Bereich der Kindergesundheit konnten durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Mittel in Höhe von rund 19.000 Euro bereitgestellt werden. Gefördert wurden fünf Gesundheits- und Projektwochen, fünf Kindergesundheitstage, eine Gesundheitsförderungskonferenz und eine Theateraufführung. Die Projekte vor Ort wurden in 2005 in sechs Landkreisen, neun Verbandsgemeinden und einer Stadt durchgeführt.
- Für die Folsäureinitiative zur Vorbeugung von Fehlbildungen bei Neugeborenen wurden durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit im Jahr 2005 Mittel in Höhe von 22.000 Euro bereitgestellt.
- Die Verbesserung der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und die Verbesserung des Impfschutzes u. a. durch eine Infokampagne stehen ebenso auf der Agenda des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit.
Bewegung und gesunde Ernährung
Ein Themenschwerpunkt der Kindergesundheit, der herausgegriffen werden sollte - u. a. vor dem Hintergrund der Tendenz der steigenden Zahl übergewichtiger Kinder - ist die Förderung von Bewegung und einer gesunden Ernährung von Kindern. Minimiert werden soll das erhöhte Risiko für Erkrankungen, das mit dem extremen Übergewicht bei Kindern verbunden ist (zum Beispiel Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, Skelettschäden und Gelenkbeschwerden, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauferkrankungen, psychische Erkrankungen und psychosoziale Probleme).
- Das Bündnis für gesunde Kinder - ein rheinland-pfälzisches Kooperationsprojekt mit den Turnverbänden Rheinland-Pfalz zur Bewegungsförderung in Kindertagesstätten und Schulen - wurde durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend und das Ministerium des Innern und für Sport im Jahr 2005 mit 14.000 Euro bei dem Angebot von Aktionstagen in Kindergärten sowie Fortbildungen für Erziehungsfachkräfte und Lehrkräfte unterstützt.
- Das Ministerium des Innern und für Sport unterstützt jährlich das von der DLRG angebotene Kleinkinderschwimmen mit 24.000 Euro. Hierbei werden den Erzieherinnen und Erziehern Grundkenntnisse im Anfängerschwimmen vermittelt, die dann mit den Kindergartenkindern umgesetzt werden können.
- Das Projekt "Kindergarten-Kids - Mit Bewegung schlau und fit" der Sportjugend Rheinland-Pfalz wurde erweitert und fortentwickelt durch weitere Mittel des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend speziell für den Bereich der Spiel- und Lernstuben sowie der Horte in benachteiligten Wohngebieten. Für beide Projekte flossen 2004 und 2005 Mittel des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend in Höhe von jeweils 26.000 Euro. Unterstützt wurde damit die Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Sportvereinen mit dem Ziel der bewegungsorientierten Gesundheitsförderung sowie die Verbesserung der bewegungsfördernden Ausstattungen der Kitas.
- Ergänzt wurde dieses Angebot durch die Förderung der Qualifizierungsoffensive der Sportjugend Rheinland-Pfalz, die 2004 und 2005 mit dem Angebot zur Psychomotorik Erziehungsfachkräfte fortbildete und mit dem Angebot eines "Gesundheitstrainings für Kinder" die Übungsleiterinnen und Übungsleiter der Vereine zu kindgemäßen und gesundheitsorientierten Angeboten schulte (Förderung jeweils mit 10.000 Euro durch Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend).
- Als offenes Angebot für Kinder außerhalb des institutionell gebundenen Bereichs führte die mobile spielaktion e.V. in Trier mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend Spielaktionen für Kinder ab 6 auf öffentlich zugänglichen Plätzen durch. Dabei lernten die Kinder mit vielfältigem, veränderbarem Material das eigenständige Gestalten von Bewegungsstationen. Die Aktion war eingebettet in eine Geschichte, so dass auch bei weniger sportlich ambitionierten Kindern die Lust an der Bewegung geweckt werden konnte.
- Aus der Taufe gehoben wurde 2005 ein in der Bundesrepublik einmaliges Aktionsbündnis zur Vergabe eines Gütesiegels für Bewegungskindergärten. In dem von der Sportjugend Rheinland-Pfalz getragenen Projekt sollen innerhalb der nächsten drei Jahre ca. 30 Kindergärten zertifiziert und bei der Schärfung ihres bewegungsfördernden Profils unterstützt werden. Letztendlich fördert das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend damit das Entstehen eines Netzes von Kindergärten, die im Bereich der Bewegungsförderung eine Fachberatungs- und Multiplikatorenfunktion für andere Kindergärten einnehmen (Rund 100.000 Euro werden vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend für das Projekt im Zeitraum 2005 bis 2008 zur Verfügung gestellt.).
- Die Zusammenarbeit mit dem Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit und das Ministerium des Innern und für Sport mit Mitteln in Höhe von cirka 11.000 Euro unterstützt.
- Im schulischen Bereich erfreut sich der Sportförderunterricht (SFU), der sich in besonderer Weise an die Kinder richtet, die allgemeine motorische Defizite aufweisen, hoher Wertschätzung. Im Schuljahr 2004/2005 wurden 1.020 Wochenstunden erteilt. Die Qualifikation von Lehrkräften erfolgt über die Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Bewegungs- und Gesundheitsförderung e.V. Rheinland-Pfalz (LBG), deren Kurse durchweg ausgebucht sind. Die LBG erhält für ihre Ausbildungstätigkeit einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von 11.000 Euro durch das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend.
- In der Zusammenarbeit mit dem Landessportbund werden im Schuljahr 2005/06 639 Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen gefördert. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen über den Landessportbund aus den durch das Ministerium des Innern und für Sport bereitgestellten Mitteln zur Förderung des Leistungssports wie auch durch das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (jeweils 75.000 Euro). In 2005 wurde von beiden Partnern die Förderung erstmals um jeweils 20.000 Euro erhöht, um alle beantragten Kooperationen unterstützen zu können.
- Der Wettbewerb "Jugend in Bewegung - Sport is(s)t gesund!" ist zu Beginn des Jahres 2004 installiert worden; er besteht aus zwei Komponenten: einem Bewegungswettbewerb sowie einem Kreativwettbewerb und betont die beiden Aspekte "Bewegung" sowie "gesunde Ernährung". Zur Teilnahme wurden die Grundschulen und die Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz aufgerufen. Teilgenommen haben im Jahr 2005 insgesamt ca. 3800 Schülerinnen und Schüler. Die Kosten belaufen sich auf ca. 15.000 Euro.
- Mit der Broschüre "Bewegte Kinder - schlaue Köpfe", die in Kooperation des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung erstellt worden ist, wurden zahlreiche Praxisbeispiele für "Bewegtes Lernen" vorgestellt.
- Jährlich 45.000 Euro stellen das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend und das Ministerium des Innern und für Sport für die Ausbildung der Schülerassistentinnen und -assistenten zur Verfügung, die eigenverantwortlich Freizeitangebote für Mitschülerinnen und Mitschüler machen. Ihre Ausbildung erfahren sie durch die Sportjugend Rheinland-Pfalz, die das Projekt auch mit Unterstützung des Ministeriums des Innern und für Sport und der AOK durchführt. Angesprochen werden Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 8. Diese werden angeleitet, in den Pausen und Freistunden mit- und eigenverantwortlich Freizeitangebote für Mitschülerinnen und Mitschüler zu organisieren und durchzuführen. Im Vordergrund stehen dabei spielerisch-sportliche Angebote, aber auch Maßnahmen mit kreativ-gestalterischer Zielsetzung. Eltern von Grundschülern und Lehrkräfte können sich ebenso qualifizieren. Über die Vielfalt der Bewegungsangebote soll es auch zur Kanalisierung und Kompensation angestauter Aggressionen und damit zur Vermeidung von Gewalt in den Schulen kommen. Weitere Zielsetzungen der Ausbildung liegen in der Verringerung der Unfallhäufigkeit, der Förderung präventiver Gesundheitsmaßnahmen, der Förderung von Eigeninitiative und Kreativität sowie der Unterstützung demokratischen Verhaltens innerhalb der Schülerschaft.
- In den 304 Ganztagsschulen in Angebotsform des Landes Rheinland-Pfalz sind die Sportvereine gefragte Rahmenvertragspartner. 24% aller Kooperations- und Dienstleistungsverträge sowie 18% aller Honorarverträge werden mit Sportvereinen geschlossen. Das inhaltliche Spektrum des nachmittäglichen Angebots weist weit über das Sportartenprogramm des Sportunterrichts hinaus. Auch "ausgefallene", also nicht schulsport-typische Bewegungs- und Sportformen werden im Ganztagesangebot berücksichtigt, z. B. Abenteuer- und Erlebnissport, Bogenschießen, Tai Chi, Funk , Hip Hop, Qi Gong, Yoga, Inline-Skating, Aquajogging, so dass auf die spezifischen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in besonderer Weise eingegangen werden kann. Diese Sportangebote haben eine sehr integrative und gesundheitsfördernde Wirkung auf die Schülerschaft, denn es erreicht auch eine Zielgruppe, die sich nicht viel bewegt aber so begeistert werden kann.
- Unterstützt werden solche Angebote auch über die Fortbildung für Übungsleiterinnen und Übungsleiter durch den Landessportbund in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend. Aus den Mitteln der Pauschalförderung (bislang ca. 15 Millionen Euro) haben die Ganztagsschulen mehr als die Hälfte (53,6%) für Anschaffungen im sportlichen Bereich getätigt (z. B. Beschaffung von Bällen, Materialien, kleine Kletterwände).
- 2005 gab außerdem die Tagung "Ganztagsschule in Bewegung" Lehrkräften die Möglichkeit, sich über ihre ersten Erfahrungen mit zusätzlichen Sportangeboten auszutauschen, Ideen für neue Angebote zu entwickeln und sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Die Ergebnisse der Arbeitskreise werden auf der GTS-Homepage (www.ganztagsschule.rlp.de) eingestellt.
- Die Kinderunfallprävention war der Themenbereich, der in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft mehr Sicherheit für Kinder e.V. bearbeitet wurde (Förderung im Jahr 2005 in Höhe von 6.500 Euro).
- Das Projekt "Ess- und Bewegungsspaß im Quartier", das in Kooperation vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. in Mainz durchgeführt wird, zielt auf eine niedrigschwellige Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche in dem direkten Lebensumfeld.
- Gesundheit fängt mit dem Bewusstsein für eine gesunde Ernährung an. Unter dem Motto "Was bist du, was isst du?" hat die Landeszentrale für Umweltaufklärung - gemeinsam mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung - einen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler, Schulklassen und Jugendgruppen in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Der Wettbewerb zielte darauf, das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung schon bei jungen Menschen zu entwickeln. Gefragt waren alle Arten von Präsentationen, Dokumentationen, Interviews, Videos, Poster oder sonstige Formen.
- Mit der bei der Landeszentrale für Umweltschutz kostenlos erhältlichen CD-ROM "Themenpark Ernährung", werden Lern- und Handlungsumgebungen in den Bereichen ErnährungsAnsichten, ErnährungsBilder, ErnährungsFragen, ErnährungsGewohnheiten und ErnährungsQuellen angeboten. Lehrende und Lernende erhalten die Möglichkeit, ihr eigenes Alltagswissen zum Thema Ernährung in die Lernumgebung einzubringen und kritisch zu hinterfragen sowie neue Perspektiven kennen zu lernen.
- In Kooperation zwischen einer Familienbildungsstätte und Kindertagesstätten wurde im Bereich Neuwied das Projekt "Mit Ferdinand durch die Welt der Ernährung" gefördert, dem es gelang, auch die Eltern für die Ernährungs- und Bewegungsbedürfnisse und -bedarfe von Kindern zu sensibilisieren und mit den Kindern gesundheitsförderndes Verhalten einzuüben.
- Auch mit Kinderliedertouren und Initiativen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurden - in Kooperation mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V. und dem Ministerium für Arbeits, Soziales, Familie und Gesundheit - für Kinder im Kindergartenalter Themen wie Körperbewusstsein und gesunde Ernährung aufgegriffen wie auch Beiträge zur Sexualpädagogik geleistet ("Nase, Bauch und Po" sowie "Apfelklops und Co").
Vielfältige Ansätze der Gesundheitsförderung
Neben den Beiträgen zur Prävention und Gesundheitsförderung im Bereich der Bewegung und Ernährung wurden eine Vielfalt weiterer Maßnahmen, vor allem im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend, des Ministeriums des Innern und für Sport sowie des Ministeriums für Umwelt und Forsten gefördert, die sich teilweise auf einen Gesundheitsaspekt konzentrierten, teilweise aber auch Gesundheitsförderung und Prävention im umfassenden Sinn zum Ziel hatten.
- Die "Elternschule für eine gesunde Familie", die 2004/05 in den Städten Mainz und Bad Kreuznach sowie in den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms angeboten wurde, enthält Module zu folgenden Themen: Sprach- und Leseförderung, Bewegung, Suchtprävention, Rolle der Hebammen in der Gesundheitsförderung, Allergien- und Hautkrankheiten im Kindesalter, Impfen und gesunde Ernährung. Angeboten wurde die Elternschule als Kooperationsprojekt der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., des Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit und des Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend. Rund 35.000 Euro wurden von Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit und Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend hierfür zur Verfügung gestellt.
- Das Projekt "Gesund leben lernen - Netzwerk Schulen für Gesundheit 21" ist ein Kooperationsprojekt der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG), der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung, des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend sowie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit. In dem Projekt ist angestrebt, die 46 beteiligten Schulen zu gesundheitsfördernden Einrichtungen zu machen, in denen Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften ihre Lernumwelt aktiv gesundheitsfördernd gestalten. Die Schulen werden zusätzlich in regionalen Arbeitsgemeinschaften vernetzt, um durch Einblicke in andere Erfahrungsbereiche zusätzliche Impulse für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Gestaltung von Unterricht und Schulleben zu ermöglichen. Im Rahmen des Projektes, das bis Juni 2006 läuft, wurden 67 Lehrkräfte zu Gesundheitsmoderatorinnen und -moderatoren ausgebildet. Gegenwärtig werden 11 Lehrkräfte als Netzwerkmoderatorinnen und -moderatoren weitergebildet. Diese sollen nach Abschluss des Projektes die regionalen Arbeitsgruppen weiter betreuen und nach Möglichkeit noch weitere Schulen für eine Mitarbeit gewinnen. In den Jahren 2003 bis 2005 hat sich das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend mit jeweils 15.000 Euro an den Projektkosten beteiligt. Im Anschluss an das Projekt stellt das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend insgesamt 50 Anrechnungsstunden für die Netzwerkmoderation und den weiteren Ausbau der Gesundheitsförderung an Schulen bereit. Vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit wurde das Projekt in Höhe von 8.000 Euro gefördert.
- Für die Förderung der Zahngesundheit/Jugendzahnpflege mit dem Partner Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) betrug die Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit im Jahr 2005 rund 286.500 Euro. Seit August 2005 nehmen 40 Schulen an dem Programm teil, zum Schuljahr 2006/07 ist eine Ausweitung auf 80 Schulen geplant. Die Schulen werden dabei nach den kariesepidemiologischen Untersuchungsergebnissen der Reihenuntersuchungen der 1. Klassen ausgewählt und gezielt zur Teilnahme an dem Programm eingeladen. Auch wenn alle Studien zur Zahngesundheit der letzten Jahre eine deutliche Verbesserung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland feststellen, ist diese Maßnahmen von großer Bedeutung. In manchen Altersgruppen haben nämlich 20 % der Schülerinnen und Schüler bis zu 80 % der Karies, so dass gezielte Maßnahmen zur Zahngesundheit weiter erforderlich bleiben.
- In Rheinland-Pfalz hat das Ziel, Kinder und Jugendliche vom Rauchen fernzuhalten, hohe Priorität. Um rauchfreie Schulen zu erreichen, hat das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit durch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. ein Aktionsprogramm zur Förderung des Nichtrauchens aufgelegt, das folgende Bausteine vorsieht: Teilnahme an dem Nichtraucherwettbewerb "be smart - don't start", ein good-practice-Wettbewerb für Schulen, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte, die Neuauflage der Publikation "Aktionsprogramm zur Förderung des Nichtrauchens in Schulen".
Der Nichtraucherwettbewerb "be smart - don't start" wurde am 14.November 2005 für das Schuljahr 2005/06 gestartet. Aus Rheinland-Pfalz nehmen 213 Schulklassen aus dem Schulaufsichtsbezirk Neustadt teil. Im nächsten Schuljahr sollen alle Schulen des Landes zur Beteiligung an dem Wettbewerb eingeladen werden.
Für das Programm stellen das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend und das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit in den Jahren 2005 und 2006 jeweils 5.000 Euro bereit. - Für Projekte zur Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. stellte das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit rund 138.000 Euro zur Verfügung.
- Die im Rahmen der Kampagne VIVA FAMILIA ins Leben gerufene "Experten-Börse" "Gesucht? Gefunden!" (www.vivafamilia.de) hat das Ziel, Rat suchende Eltern mit Expertinnen und Experten zu Fragen rund um das Thema Gesundheit zusammenzubringen. Die Fachleute können dort angefragt werden, wo Familien sich in ihrem Alltag treffen und Rat benötigen: In Elterntreffs, Familienzentren, Elternstammtischen, Vereinen, Selbsthilfegruppen, Kindertagesstätten und Schulen. Zwischenzeitlich sind in der Expertenbörse rund 170 Fachleute vertreten, die zu den unterschiedlichsten Gesundheitsthemen befragt oder auch kostenfrei für Veranstaltungen eingeladen werden können. Die Fachleute der Expertenbörse, die sich im Rahmen dieses Projekts ehrenamtlich engagieren, sind im Hauptberuf Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenkassen, Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater, Hebammen sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe. Ebenfalls in der Börse vertreten sind engagierte Menschen aus dem Selbsthilfebereich. So kann es für Familien von großem Interesse sein, sich mit anderen Müttern und Vätern über chronische Erkrankungen ihrer Kinder auszutauschen, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Dadurch werden auch die Selbsthilfegruppen zu wertvollen Partnern dieses Projektes.
- Mit der Erstellung und Verbreitung der zielgruppenbezogenen Informationsbroschüren "Viel Dezibel aufs Trommelfell" und "Ganz Ohr" versucht die Landesregierung in Zusammenarbeit mit externen Expertinnen und Experten Gehörschäden bei Jugendlichen zu begegnen.
- Weiterhin wurde zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e. V. eine Informations- und Schulungsveranstaltung für Discjockeys ("DJ-Führerschein") zu Lärm, Lärmfolgen, Lärmminderungsmaßnahmen und Haftungsfragen durchgeführt.
- Bewegungsförderung kombiniert mit der Förderung von Toleranz und Integration im Sport ist das Anliegen des Straßenfußball-Projekts "ballance 2006 - Integration und Toleranz für eine friedliche Fußball-Weltmeisterschaft", das 2004 vom Ministerium des Innern und für Sport initiiert wurde. Allein 2005 fanden landesweit 84 Veranstaltungen statt. Bei diesem Straßenfußball-Projekt ermöglichen es die Spielregeln, die eine Vergabe von Toleranzpunkten neben Torpunkten vorsehen, in besonderem Maße schwächer spielende Jungen und Mädchen zu integrieren und so rücksichtsvolles Verhalten neben sportlichem Ehrgeiz zu belohnen. Die ballance-Aktivitäten werden zur Fußballweltmeisterschaft nochmals verstärkt mit der Zielsetzung einer nachhaltigen Implementierung des pädagogischen Ansatzes.
- Das bürgerschaftlichen Engagement im Bereich der Kindergesundheit sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen, Vereinen und Initiativen zum Thema Kindergesundheit werden vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit nachhaltig gefördert.
- Erstmals wird es 2006 eine landesweite Auswertung der an den Gesundheitsämtern durchgeführten Schuleingangsuntersuchungen geben. Dies ist eine bisher einmalige Möglichkeit, einen vollständigen Überblick über den Gesundheitszustand der Kinder in der Altersgruppe der 5- bis 6-Jährigen in Rheinland-Pfalz zu erhalten. Eine wichtige Voraussetzung, um hieraus Maßnahmen und Projekte der Prävention und Gesundheitsförderung ableiten zu können.
Kindgerechte Versorgung in Krankenhäusern
Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit fördert die kindgerechte Versorgung in Krankenhäusern. Grundlage dafür sind die Empfehlungen der 70. Gesundheitsministerkonferenz vom 20./21. November 1997. Auf Grund der Empfehlungen wurden folgende Maßnahmen getroffen:
- Weiterleitung des Beschlusses der 70. Gesundheitsministerkonferenz vom 20./21. November 1997 an alle Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz.
- Ideelle Unterstützung des jährlichen Tages des Kinderkrankenhauses durch Presseveröffentlichungen.
- Informationsgespräche mit Institutionen und Vereinen, die sich die bessere kindgerechte Ausstattung der Krankenhäuser zum Ziel gesetzt haben.
- Verbesserung der kindgerechten Ausstattung der Krankenhäuser im Zuge von Baumaßnahmen. In den Jahren 2004 und 2005 hat das Land die folgenden Maßnahmen gefördert: Die Erweiterung der Kinderintensivstation am Stadtkrankenhaus Worms mit 149.000 Euro, die Modernisierung der Kinderklinik am Vinzentius-Krankenhaus Landau mit einem Festbetrag in Höhe von 2,638 Millionen Euro (davon aktuell bewilligt: 500.000 Euro) sowie die Einrichtung eines zweiten Schlaflaborplatzes in der Hauptfachabteilung für Kinderheilkunde am Stadtkrankenhaus Worms mit 40.000 Euro.
- Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit wird auch in Zukunft auf die Umsetzung der Empfehlungen der 70. Gesundheitsministerkonferenz achten und insbesondere bei anstehenden Baumaßnahmen die Verbesserung der kindgerechten Ausstattung der Krankenhäuser fördern.

