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Startseite > Aktionsprogramm Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz > Umsetzung > Die natürliche Umwelt erhalten und für Kinder erlebbar machen

Einführung

Eine kinderfreundliche Politik zielt gleichermaßen auf die Gestaltung der Gegenwart als auch auf die Entwicklung von Zukunftsperspektiven, wozu der Schutz und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zählt. Dabei kommt der Bildung für nachhaltige Entwicklung ein besonderer Stellenwert zu.

Schulische Nachhaltigkeitserziehung

Im schulischen Bereich wurde und wird die besondere Chance genutzt, alle Kinder zu erreichen, insbesondere um ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der nachhaltigen Gestaltung der Umwelt zu erwirken und eine entsprechende Gestaltungskompetenz zu entwickeln.

  • In Rheinland-Pfalz wurde inzwischen ein Netzwerk ökologischer Schulen gebildet, dem rund 60 Schulen angehören und die in einem schulischen Umweltausschuss konkrete schulische Maßnahmen zur Umwelterziehung entwickeln und beschließen.
  • Beratungskräfte für schulische Nachhaltigkeitserziehung haben u. a. die Aufgabe, auf außerschulische Lernorte hinzuweisen, auf Ansatzpunkte nachhaltiger Bildung in den Lehrplänen aufmerksam zu machen, das Thema an Schulen wach zu halten oder konkret geeignete Materialien zur Verfügung zu stellen.
  • Außerschulische Partner - wie Landesforsten Rheinland-Pfalz, Landesjagdverband Rheinland-Pfalz, Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände Rheinland-Pfalz, Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Jugendoffiziere der Bundeswehr, Autorinnen und Autoren - werden in die schulische Arbeit und insbesondere in die schulische Nachhaltigkeitserziehung eingebunden. Insbesondere an den neuen Ganztagsschulen wurden mit mehr als 20 Organisationen und Verbänden Kooperationsverträge mit dem Ministerium für Umwelt und Forsten geschlossen, in welchen für beide Seiten die Bedingungen der Zusammenarbeit geregelt sind. Ein großer Teil dieser Angebote betreffen den Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitserziehung.
  • Außerschulische Lernorte, die sich in besonderer Weise dazu eignen, die Umwelt erfahrbar zu machen, werden vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend ausgezeichnet. Zurzeit gibt es landesweit 30 SchUR-Stationen (Schulnahe Umwelteinrichtungen), z. B. Schulbauernhöfe, Müllheizkraftwerk, Umweltinformationsstationen.
  • In Fortbildungen für Lehrkräfte werden Themen der Umweltbildung und der Nachhaltigkeitserziehung aufgegriffen; z. B. waldpädagogische Angebote von Landesforsten, umweltpädagogische Angebote aus der Landwirtschaft oder Konsumfragen angesprochen, naturnahe Erlebnisräume und Lernorte vorgestellt und Möglichkeiten zur unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Behandlung dieses Themas entwickelt.
  • Rheinland-Pfalz beteiligt sich außerdem am bundesweiten BLK-Programm Transfer 21 (Transfer der Bildung für nachhaltige Entwicklung), um die vorhandenen Ansätze weiter zu entwickeln und in die Breite zu tragen.

Ziel bleibt es, den Kreis der Schulen, die die Umwelterziehung und die Nachhaltigkeitserziehung zu einem Schwerpunkt ihrer pädagogischen Arbeit machen, zu erhöhen und die Arbeit an den Schulen in diesem Themenbereich zu intensivieren. Rheinland-Pfalz strebt an, bis Juli 2008 10% der allgemein bildenden rheinland-pfälzischen Schulen (ca. 165 Schulen) in ein landesweites Netzwerk der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit unterschiedlichen Beteiligungsniveaus einzubinden. 

Intensive Erfahrungen von Natur

Voraussetzung dafür, dass sich Kinder selbst aktiv für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen, sind ihre eigenen positiven und intensiven Erfahrungen von Natur. Hierzu hat das Ministerium für Umwelt und Forsten ein Reihe von Projekten und Maßnahmen entwickelt, die für die verschiedenen Akteure wichtige Handlungsgrundlagen bieten.

  • Das Ministerium für Umwelt und Forsten setzt deshalb seine Bemühungen kontinuierlich fort, die Lebens- und Wohnumfelder für Kinder und mit Kindern nachhaltig umwelt- und kindgerecht weiterzuentwickeln. In über 280 Projekten wurden die naturnahe Gestaltung von Außengeländen an Kindertagesstätten, Schulen und auf öffentlichen Spielgeländen vom Land mit rund 6,4 Millionen Euro gefördert.
  • Unter Anderem mit der Broschüre "Wasser und Natur erleben - Ökologisch orientierte Spiel- und Erlebnisräume" und dem "Merkblatt Haftpflichtversicherungsschutz für naturnahe Spielräume" gibt das Ministerium für Umwelt und Forsten wichtige Ausführungshilfen, um qualifizierte und sichere naturnahe Erlebnisspielräume zu entwickeln.
  • Mit der Broschüre "Naturspielräume für Kinder" gibt die Landeszentrale für Umweltaufklärung Eltern und Erziehungsfachkräfte Tipps zur Gestaltung von kindgerechten und naturnahen Spielräumen im Außengelände von Kindertagesstätten. Damit sollen den Kindern Freiräume zur Begegnung mit der Natur und eine Bereicherung ihrer Lebenswelt gegeben werden.
  • Waldkindergärten werden vom Ministerium für Umwelt und Forsten positiv begleitet und in der praktischen Umsetzung unterstützt.
  • Der Landesbetrieb Landesforsten hat das Aufbauangebot der forstlichen Umweltbildung durch das Produktleitersystem und die landesweite Einführung der "Rucksackschule Rheinland-Pfalz" weiter ausgebaut. In diesem Zusammenhang sind auch die Neueröffnung des erweiterten und renovierten Wald-Jugendheims Kolbenstein und die Planung des Walderlebniszentrums "Soonwald" am Standort Neupfalz zu nennen.
  • Die Leseempfehlung "Kühe sind nicht lila!" greift die Themen Natur und Umwelt für Leserinnen und Leser zwischen zwei und zwölf Jahren auf. Entwickelt wurde sie von der Stiftung Lesen und herausgegeben von der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für Umweltaufklärung, wo sie kostenlos erhältlich ist.
  • Mit der "Materialbörse" auf der Internetseite der Landeszentrale für Umweltaufklärung (www.umdenken.de) ist jetzt ein Instrument im Internet hinzugekommen, das eine zusätzliche Hilfe bei der Spielraumgestaltung sein kann. Die Idee: Bei Bauunternehmen, Gartenbaufirmen, kommunalen Eigenbetrieben oder auch in Forstämtern könnte hin und wieder überschüssiges Material anfallen, das für die Einrichtung naturnaher Spielräume sinnvoll zu verwenden wäre und hier angeboten bzw. nachgefragt werden kann.