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Startseite > Aktionsprogramm Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz > Umsetzung > Kinderkulturarbeit ausbauen

Einführung

Kultur von, für und mit Kindern ist von Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder wie auch für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Neben dem Fortführen bewährter Ansätze, konnte die Landesregierung in den letzten beiden Jahren auch neue Akzente in den Bereichen Museum, Musik, Literatur, Denkmalpflege und Film setzen.

Im Bereich der Museen

  • Mit der Förderung des Aufbaus einer Internet-Präsentation museumspädagogischer Angebote für Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz auf der Homepage des Museumsverbands Rheinland-Pfalz (www.abenteuer-museum.rlp.de) gelang es 2004 für Familien, Schulen, Kindertagesstätten und für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit eine Informationsquelle über das landesweite Angebot der Museen zur Verfügung zu stellen. Nach Suchkriterien oder über eine kartengestützte Suche können sowohl temporäre als auch dauerhafte museumspädagogische Angebote abgerufen werden.
  • Parallel dazu wird durch den Einsatz von elf Lehrkräften als Museumspädagoginnen und -pädagogen vor Ort ein Beitrag dazu geleistet, Kindern und Jugendlichen die Inhalte und Hintergründe von Ausstellungen im Museumsbereich pädagogisch und fachlich fundiert näher zu bringen.
  • Auch die im Bereich der Landesmuseen vom Land geförderten Ferienkurse oder beispielsweise die geförderten Kinderkulturtage im Kreis Trier-Saarburg tragen dazu bei, Kindern den Zugang zu Museen und ihren Informationen zu erleichtern.
  • Gefördert wurde auch die Erstellung eines virtuellen Museums als eigene Ausstellung auf der Homepage des Landesmuseums Mainz mit der Möglichkeit einer virtuellen Museumstour.
  • Um zu erfahren, was Kinder von einem kinderfreundlichen Museum erwarten, wurden in Zusammenarbeit mit dem Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerberatung Landau in 2004/05 Beteiligungsprojekte in sechs unterschiedlichen rheinland-pfälzischen Museen durchgeführt, an denen sowohl Kindertagesstätten als auch Schulen mitgewirkt haben.
  • Unter Beteiligung von Kindern und Eltern wurde die Broschüre "Leitlinien für kinderfreundliche Museen" in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband entwickelt und 2005 vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend herausgegeben. Damit liegt allen rheinland-pfälzischen Museen eine praktische Handreichung mit Tipps zur Raumgestaltung, zur kindgerechten Präsentation und Vermittlung sowie zum kindgerechten Service vor.

Im Bereich der Denkmalpflege

  • Auf Dauer angelegt sind Führungen, die das Landesamt für Denkmalpflege Schulklassen bei ausgesuchten Grabungen anbietet.
  • "Lebendiges Mittelalter" nennt sich das vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur geförderte Programm auf fünf Liegenschaften von Burgen, Schlössern und Altertümern in Rheinland-Pfalz (Hardenburg, Stolzenfels, Bürresheim, Sooneck und Trifels), die zusätzlich zu den Burgfesten im Jahr 2005 erstmalig auch ein eintägiges Kinderprogramm angeboten haben. Auf der Grundlage dieses Programms sollen in den kommenden Jahren aufeinander aufbauende dauerhafte Angebote für Workshops und Projektwochen entwickelt werden.
  • Zur Förderung eines Geschichtsbewusstseins bei Kindern durch spielerische Aktionen an Originalschauplätzen trägt auch das Projekt "1192 - Zeitreise zu den Rittern" bei, in dessen Rahmen der Freundeskreis der Ehrenburg e. V. für Kindertagesstätten, Familien, Schulklassen, Jugendgruppen und Vereine ein breites Programm entwickelt hat.
  • Zwei lokale und vom Jugendministerium geförderte Beispiele sind der "Martbergführer für Kinder" der Verbandsgemeinde Treis-Karden. Mit der Förderung der Herausgabe einer anschaulichen Darstellung in kindgerechter Sprache unterstützt das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend die außerschulische Bildung von Kindern. Geschichtliche Inhalte, die mit dem "Gutleuthaus" in Oppenheim verbunden sind, für Kinder begreifbar und erlebbar zu machen, ist das Ziel des vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend 2004 geförderten Projektes der Freunde Oppenheims e. V. Die Gutleuthaus-Kiste bietet als ausleihbare, mobile pädagogische Einheit z. B. Farbpigmente zur Herstellung historischer Farben, historische Kostüme für Theater- oder Stehgreifspiele sowie schriftliche Materialien für Kinder, die zentrale Themen der mittelalterlichen Geschichte im regionalen Kontext aufgreifen. 

Im Bereich Musik, Theater und Film

  • Bei den Beratungen für den Doppelhaushalt 2005/06 wurde die Bedeutung, die Musikschulen für die musische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen haben, dadurch gewürdigt, dass der Landeszuschuss um 200.000 Euro auf 2,7 Millionen Euro erhöht wurde.
  • Fortgeführt wird das Projekt "Das musikalische Klassenzimmer" des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie, in dessen Rahmen verschiedenen Ensembles Schulen besuchen und deren Musikunterricht ergänzen.
  • Um Kinder durch gemeinsames Singen und Musizieren zu fördern, wurde die Qualifizierung von Kinder- und Jugendchorleiterinnen und die Aus- und Fortbildungsangebote für Erziehungsfachkräfte in Trägerschaft der Landesmusikakademie e. V. und mit Zuschüssen des Landes weiter angeboten.
  • Das Angebot von Kinderkonzerten der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist ein Angebot, das thematisch, inhaltlich und von der Durchführung her auf Kinder zugeschnitten ist (Aufführungen finden z. B. am Vor- oder Nachmittag statt.).
  • 2005 war der Startschuss für die verstärkte konzertpädagogische Arbeit der Staatsphilharmonie durch den Einsatz eines Konzertpädagogen, zu dessen Aufgaben der Kontaktaufbau mit Schulen der unterschiedlichen Schularten gehört. Ziel ist es, in der Schule selbst oder im Gebäude der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Instrumente, Klänge und Musik direkt erfahrbar zu machen.
  • Neu wurde 2004/2005 vom Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz zur Verbesserung der musikalischen Förderung über das Projekt "Orchester multimedial" unter http://medienbildung-gs.bildung-rp.de/praxisbeispiele-zur-medienarbeit/computer-internet.html eine Information zu Instrumenten, ihrem Klang usw. für die Zielgruppe der Kinder im Grundschulalter aufgebaut.
  • Kontinuierlich wird das Kindertheater durch die Förderung der freien Szene (z. B. Kinder- und Jugendtheater Speyer, Koblenzer Jugendtheater), durch Förderung des Staatstheaters Mainz und der kommunalen Theater, die Vernetzung der Veranstalter sowie ein eigenes Förderprogramm zugunsten der Schultheater und der theaterpädagogischen Betreuung unterstützt.
  • Mit der erstmaligen Verleihung des Programmpreises "Kinderfilm" in Höhe von 6.000 Euro wird ein Anreiz gegeben bzw. die Bemühungen der Kinos belohnt, nicht nur die stark beworbenen Kinderfilme anzubieten, sondern ihr Programmangebot mit daran auszurichten, welche Filme auf die Gedanken- Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder kindgerecht eingehen und die Filme möglichst vor- und nachbereiten. Da Kino auch für jüngere Kinder zunehmend zu einem Sozialisationsort wird, haben die Kinobetreiber für ein facettenreiches und qualitativ gutes Angebot eine hohe Verantwortung.  

Im Bereich Büchereiwesen/Literatur

Wie wichtig die frühe Sprach- und Leseförderung ist, hat nicht erst die Schuluntersuchung PISA deutlich gemacht. Laut Erkenntnissen der Hirnforschung schließen sich die "Entwicklungsfenster" für Sprache zwischen dem 5. und 8. Lebensjahr, die für das Lesen zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr. Wichtig ist das Lesen nicht nur als Schlüssel zum Wissenserwerb, sondern auch als Voraussetzung zur Teilhabe an Kultur und gesellschaftlichem Leben.

  • Im Rahmen des Haushaltsansatzes von 443.000 Euro für das Landesbibliothekzentrum wurden in 2005 weitere Buch- und Medienkisten sowie Bilderbuch-Kinos bereitgestellt. Diese thematisch zusammengestellten Kisten mit rund 50 Büchern, Spielen, Kassetten und Videos stehen den Kindertagesstätten, den Grundschulen und kommunalen öffentlichen Büchereien sowie Schulbibliotheken kostenlos zur Verfügung.
  • Gefördert wurden vom Land in diesem Rahmen und Berichtszeitraum auch Weiterbildungsseminare des Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz sowie kirchlicher Büchereistellen für Büchereien zum Thema Leseförderung für Kinder.

Ergänzt wird diese Arbeit durch die Kampagne "Leselust in Rheinland-Pfalz", die verschiedene Maßnahmen zur Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen unter einem gemeinsamen Dach bündelt. An der Kampagne sind verschiedene Institutionen beteiligt, die in Eigenregie ihre jeweiligen Projekte durchführen. Sowohl 2004 als auch 2005 konnten das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend und das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur mit jeweils 50.000 Euro pro Jahr die folgenden Initiativen zur Leselust und Gewinnung von Lesekompetenz unterstützen:

  • Bei dem Lesekompetenzquiz "Mit Leselust auf Klassenfahrt" wählen die teilnehmenden Klassen aus einer Liste von Jugendbüchern eines als Lektüre aus und beantworten dazu Fragen. Fünf Klassen nehmen an der abschließenden Lesequizshow teil, bei der sie bis zu 500 Euro für eine Klassenfahrt erspielen können.
  • Das Projekt "Autorenbegegnungen" ist eine weitere Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen das Lesen näher zu bringen. Schulen, Büchereien, Kindergärten und Jugendzentren finden im Friedrich-Bödecker-Kreis einen kompetenten Partner bei der Veranstaltung von Autorenlesungen. Der Friedrich-Bödecker-Kreis bietet neben Autorenbegegnungen für Kinder und Jugendliche auch Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare an.
  • Jugendliche begeistern andere Schülerinnen und Schüler für Bücher - diese Idee steht im Mittelpunkt der Aktion "Lesescouts". Durch Vorlesen, Buchvorstellungen, Lesenächte etc. zeigen sie anderen, wie spannend und unterhaltsam Bücher sein können.
  • Die "Tage des Lesens" sollen bei Kindern und Jugendlichen für das Medium Buch werben und auf die Bedeutung der Kulturtechnik Lesen aufmerksam machen. Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und Jugendzentren organisieren eigenverantwortlich Veranstaltungen rund ums Lesen, wie Lesenächte, Vorlesestunden oder Bücherausstellungen.
  • Ein weiteres Projekt ist der "Bibliotheksführerschein". Schülerinnen und Schüler des 3. und 4. Schuljahres sollen durch eine Bibliotheksrallye alle wichtigen Kenntnisse im Umgang mit Büchern und Medien erwerben.
  • Bei der "Aktion Schultüte" erhält jedes Kind zur Einschulung eine kleine, von dem Kinderbuchautor Paul Maar gestaltete Schultüte mit einem Gutschein für einen kostenlosen Leseausweis zur Nutzung der örtlichen Bibliothek.
  • Darüber hinaus haben die Staatlichen Büchereistellen für Schulen, Kindergärten und Bibliotheken "Lesespaß-Kisten" mit Büchern, Comics, Hörbüchern und CD-ROMs zusammengestellt. Mit den Lesespaß-Kisten soll vor allem die Lust am Lesen mit spannenden, lustigen und fantastischen Geschichten sowie anderen interessanten Medien geweckt werden.
  • Ein weiteres Projekt ist der "Adventskalender", der den Lehrkräften von den beteiligten Bibliotheken zur Verfügung gestellt wird. Er enthält Vorlesegeschichten und Rätsel für die Adventszeit.
  • An Kindergärten richtet sich das Projekt "Wimmelbild" mit seinen Geschichten zum Vorlesen und den Mal- und Bastelaktionen.
  • Auch die jährlich stattfindenden "Bibliothekstage" gehören zu den Aktionen zur Leseförderung. Landesweit beteiligen sich Bibliotheken mit Autorenlesungen, Ausstellungen, Vorlesestunden, Bilderbuchkinos und anderen Veranstaltungen.
  • Zur literarischen Qualifikation für Kinder und Jugendliche bietet das LiteraturBüro Mainz e. V. außerdem mit Unterstützung des Landes Workshops und Schreibwerkstätten an, in denen Schülerinnen und Schüler lernen können, ein Buch zu schreiben.

Zusätzlich zur Kampagne "Leselust in Rheinland-Pfalz" wurde 2005 auch durch die Förderung von Leseecken an Ganztagsschulen ein wichtiger Akzent gesetzt.

  • 218 Ganztagsschulen in Angebotsform erhielten 2005 eine Förderung für Leseecken im Rahmen des Förderprogramms, das vom Land auf der Basis des Bundesinvestitionsprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB)" entwickelt wurde.
    Leseecken bestehen grundsätzlich aus empfehlenswerten, aktuellen Büchern sowie anderen Medien, aus geeignetem Mobiliar sowie aus einer bedarfsgerechten EDV-Ausstattung. Das Leseecken-Förderprogramm des Landes sieht vor, dass für "kleine" Leseecken 9.000 Euro und für "große" Leseecken 15.300 Euro als Zuschuss fließen. Die Schulträger übernehmen dann nochmals 1.000 beziehungsweise 1.700 Euro zur Deckung der Gesamtkosten. Eine "kleine" Leseecke umfasst mindestens 300 Bücher und Medien, eine "große" Leseecke mindestens 600 Bücher und Medien. Das Landesbibliothekszentrum und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bibliotheksfachstellen in Neustadt und in Koblenz bieten den Schulen bei der Einrichtung der Leseecken professionelle Unterstützung an.

Leseförderung im außerschulischen Bereich zeichnet sich durch eine zunehmende Breite an Aktivitäten und an Institutionen aus, die dies zu ihrem Anliegen machen:

  • Im Rahmen des vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend geförderten und von der Stiftung Lesen 2005 durchgeführten Projekts "Ein Rucksack voll Lesefreude" zur Förderung der Lesekultur von Kindern in außerschulischen Einrichtungen und zur Gewinnung zusätzlicher Lesepatinnen und Lesepaten wurden als Kooperationspartner nicht nur Kindergärten gewonnen, sondern auch der Kinderschutzbund, Akteurinnen und Akteure im Bereich des Programms "Soziale Stadt" und der Arbeit mit Spätaussiedlern.
  • Lesenächte, Lese-Schreib-Werkstätten sowie Autorenlesung wurden zusätzlich im Rahmen der Familienbildungsstättenarbeit, als Angebot der Jugendarbeit sowie im Bereich der Spiel- und Lernstuben gefördert.
  • Anregungen - gerade für diese außerschulische Arbeit - gibt die vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend herausgegebene Broschüre "Abenteuer Lesen - Veranstaltungstipps und Anregungen zur Leseförderung".