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Startseite > Aktionsprogramm Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz > Umsetzung > Kindern von suchtkranken Eltern helfen

Einführung

Vorliegende Untersuchungen - speziell in Rheinland-Pfalz Klein/Zobel 2001: Prävention und Frühintervention bei Kindern aus suchtbelasteten Multiproblemfamilien - haben ergeben, dass Kinder von suchtkranken Eltern in einem hohen Maß im Verlauf ihres Erwachsenenlebens selbst abhängig werden. Die Landesregierung unterstützt daher Maßnahmen der Frühintervention und der Prävention, die zu einer gesunden Entwicklung der Kinder beitragen. 

Kooperation Jugendhilfe und Suchtkrankenhilfe

Dem Ziel, die Kooperation von Jugendhilfe und Suchtkrankenhilfe bei der Umsetzung von Angeboten für Kinder Suchtkranker zu verstärken, dienten folgende Initiativen des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit:

  • Das Land Rheinland-Pfalz hat eine Synopse "Kinder aus suchtbelasteten Lebensgemeinschaften" mit Projekten aller Bundesländer und des Bundes (im ambulanten und im stationären Bereich) für die Zielgruppe im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Suchthilfe (Unterausschuss der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden) erstellt und einen Beschlussentwurf zu diesem Problembereich vorbereitet, der auch die vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung veröffentlichten zehn Eckpunkte zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern aus suchtbelasteten Familien berücksichtigt.
  • In der Region Altenkirchen wurde im Jahr 2005 von der Fachkraft für Suchtprävention bei der dortigen Suchtberatungsstelle ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, dem Fachkräfte aus unterschiedlichen Feldern der Sozialen Arbeit angehören. Ziel ist es, landesweit möglichst viele Fachdienste (zum Beispiel Erziehungsberatung, Kinderschutzdienst, Allgemeiner Soziale Dienst) zusammen zu bringen und damit den Austausch von Jugend- und Suchthilfe zu fördern. Vorgesehen ist, dass der Arbeitskreis zweimal jährlich tagt. Die Personalkosten der Fachkraft werden nach dem Fachkräfteprogramm Suchtvorbeugung zu 70 Prozent aus Landesmittel gefördert. Der Arbeitskreis ist auf Dauer angelegt. 

Fortbildungsangebote

Für die Fachkräfte der Hilfesysteme wurden durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Fortbildungsangebote weiterentwickelt bzw. Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt:

  • Das Büro für Suchtprävention bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. hat am 6. und 7. Juli 2005 ein Seminar für Erzieherinnen und Erzieher zur Unterstützung von Kindern und Eltern aus suchtbelasteten Familien unter dem Titel "Es tut gut, gehört zu werden ?" durchgeführt. Die Maßnahme wurde über die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. mit Mitteln in Höhe von rund 2.100 Euro finanziert. Eine Fortsetzung in anderen Regionen von Rheinland-Pfalz ist geplant.
  • Einmal jährlich findet die Tagung der Regionalen Arbeitskreise Suchtvorbeugung statt. Die umgesetzten Projekte aus Rheinland-Pfalz werden präsentiert und aktuelle Themen weiterentwickelt. 2005 war das Thema "Kinder aus suchtbelasteten Familien" ein Schwerpunkt der Veranstaltung. Die Fachtagung wurde über die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. mit Mitteln in Höhe von rund 4.000 Euro finanziert.
  • 2005 wurde als Neuauflage der Broschüre "Kinder aus suchtbelasteten Familien", eine Informationsschrift für Erzieherinnen und Erzieher veröffentlicht. Die Neuauflage wurde über die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. mit Mitteln in Höhe von 1.852 Euro finanziert.
  • Im Rahmen der Drogenkonferenz 2005 wurden Infostände aktueller suchtpräventiver Projekte in Form eines Präventionscafés präsentiert. Ein Infostand war der Thematik "Kinder suchtkranker Eltern" gewidmet.
  • Am 16. und 17. Januar 2006 führte das Büro für Suchtprävention eine Workshop-Tagung zum Thema "Kinder suchtkranker Eltern" für Fachkräfte der Sozialen Arbeit aus unterschiedlichen Berufsfeldern (Erziehungsberatung, Ehe-, Lebens- und Familienberatung, Allgemeiner Sozialer Dienst) im Rahmen der Initiative "VIVA FAMILIA" durch. Während der Veranstaltung wurde erörtert, welche strukturellen und methodischen Angebote Kinder suchtkranker Eltern benötigen.

Weiterhin wurden durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit auch Angebote der Suchtkrankenselbsthilfe für die Kinder Betroffener gefördert:

  • Verschiedene Verbände der Suchtkrankenselbsthilfe (Blaues Kreuz, Freundeskreise, Kreuzbund) haben in den Jahren 2004 und 2005 jeweils fünf Maßnahmen (Kinder- und Jugendfreizeiten, Familienwochenenden) für Kinder von Betroffenen durchgeführt. Die Maßnahmen wurden aus Landesmitteln gefördert (2004: 6.561 Euro; 2005: 7.752 Euro).
  • Erlebnis-, freizeit- und theaterpädagogische Maßnahmen der Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention für Jugendliche aus Problemfamilien wurden in den Jahren 2004 und 2005 mit Landesmitteln in Höhe von insgesamt rund 1.600 Euro gefördert.