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Startseite > Aktionsprogramm Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz > Umsetzung > Spielleitplanung - Städte und Gemeinden für Kinder und mit Kindern planen und gestalten

Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten, wenn es um ihre eigenen Angelegenheiten geht. Sie haben ein Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie ein Recht auf entsprechende Wohn- und Lebensbedingungen.
Deshalb wurde unter der Federführung des Ministeriums für Umwelt und Forsten und des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend die "Spielleitplanung" entwickelt. Das Land Rheinland-Pfalz zeigt damit einen gänzlich neuen Weg für eine kinder- und jugendfreundliche Gesamtentwicklung des kommunalen Raumes auf, in dem in systematischer Weise Planungs- und Beteiligungsprozesse miteinander verzahnt werden. Durch die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in allen Planungsphasen werden sie in der Ausübung ihrer Rechte und auch Pflichten unterstützt und gestärkt. Erhalt, Sicherung und Neuschaffung geeigneter Flächen und Räume werden durch eine im Sinne der Spielleitplanung fachbereichsübergreifende Planung unter konsequenter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht.
Das Verfahren stößt sowohl landesweit als auch bundesweit auf große Resonanz.

  • Das in sieben Modellgemeinden erarbeitete und erprobte Verfahren Spielleitplanung ist bei einem Symposium im März 2004, bei dem über 550 Personen aus Kommunalpolitik, Verwaltung und Jugendhilfe teilnahmen, in Form einer umfangreichen Handlungsanleitung der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die Handlungsanleitung Spielleitplanung gibt fundierte Informationen und Grundlagen, um Spielleitplanung in der Orts- bzw. Verbandsgemeinde oder Stadt durchführen zu können. Die Praxisbeispiele aus den Modellgemeinden laden dazu ein, auch für die eigene Gemeinde den passenden Weg zur Realisierung der Spielleitplanung zu finden.
  • In einem eigenen Internet-Auftritt unter www.spielleitplanung.de stellt die Landesregierung das Verfahren, die für die Kommunen, Planerinnen und Planer, Akteurinnen und Akteure in der Kinder- und Jugendhilfe sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger herausgegebene Handlungsanleitung sowie die Ergebnisse aus den Modellgemeinden bereit. Neben vielen Informationen und Hinweisen zum Thema Spielleitplanung besteht dort auch die Möglichkeit der Anforderung von Fachveröffentlichungen und Ausstellungstafeln bei den verantwortlichen Fachministerien (Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend und Ministerium für Umwelt und Forsten).
  • Mit dem Angebot spezieller Fortbildungsmaßnahmen zum Thema Spielleitplanung für Planerinnen und Planer, Akteurinnen und Akteure der Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachverwaltungen und Fachbehörden (Fortbildungen u. a. in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum, der Kommunalakademie, der Architektenkammer), sichern die federführenden Ministerien die fachliche Beratung sowie die qualifizierte Durchführung von Spielleitplanungen in den Kommunen.
  • Die Landesregierung fördert auf der Grundlage der Förderkriterien Spielleitplanung und Starterprojekte vom Juni 2004 die Aufstellung von Spielleitplänen sowie die Durchführung von Starterprojekten in Gemeinden und Städten unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Für die Durchführung der pädagogischen Aufgaben im Rahmen der Spielleitplanung gewährt das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend eine Festbetragsförderung in Höhe bis zu 60 % der förderfähigen Kosten, in der Regel max. 4.500 Euro. Für die Organisation und Durchführung der Beteiligung im Rahmen eines Starterprojektes gewährt das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend eine Festbetragsförderung in Höhe bis zu 60 % der förderfähigen Kosten, in der Regel max. 1.500 Euro. Vom Ministerium für Umwelt und Forsten wurden für die planerischen Aufgaben auf der gleichen Grundlage bis zu 15.000 Euro gewährt und für die Planung und Realisierung des Starterprojekts bis zu 5.000 Euro. In 2005 konnten von beiden Ministerien jeweils sieben Spielleitplanungen mit zusammen 88.700 Euro gefördert werden.
  • Im Sommer 2005 schrieb die Landesregierung erstmalig den Landeswettbewerb "Kinder-, jugend- und umweltfreundliche Gemeinde durch Spielleitplanung 2005" aus, der im zweijährigen Rhythmus durchgeführt werden soll. Damit sollen rheinland-pfälzische Gemeinden und Städte ausgezeichnet werden, die sich durch die Umsetzung der Spielleitplanung kinder-, jugend- und umweltfreundlich entwickeln. Der Wettbewerb soll zugleich Anreiz sein, sich als Kommune der Umsetzung der Spielleitplanung dauerhaft zu widmen und die Motivation der örtlichen Akteurinnen und Akteure zu unterstützen. Der ausgelobte Geldpreis ist sowohl Anerkennungs- als auch Förderpreis und soll für weitere Projekte im Rahmen der Spielleitplanung verwendet werden.
  • Mit der für 2006 geplanten Regionaltagung zur Spielleitplanung im südlichen Landesteil sollen insbesondere Verantwortungsträger in Gemeinden und Städten sowie Fachstellen und Fachverwaltungen über die Bedeutung der Spielleitplanung, die Chancen der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen informiert und praktische Ergebnisse aus den Modellplanungen vorgestellt werden. Weitere Regionalveranstaltungen im nördlichen und westlichen Landesteil sind geplant.