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Startseite > Aktionsprogramm Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz > Umsetzung > Wohnen mit Kindern erleichtern

Die Zufriedenheit im Bereich Wohnen spielt für das Wohlbefinden von Kindern eine wichtige Rolle. Sich mit anderen Kindern treffen zu können und wenig Verschmutzung im Wohnumfeld wurden bei dem Kinderbarometer, der Stimmungen, Meinungen und Trends von rund 2000 repräsentativ ausgewählten Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz (Schuljahr 200/2001) erfasste, als bedeutende Einflussfaktoren für das Wohlbefinden der Kinder beschrieben. Die Hauptänderungswünsche beziehen sich auf Spiel- und Freizeitbereiche, auf Verschmutzungen und die Möglichkeit des Naturerlebens.

Initiativen und Programme, die die Verbesserung der Wohnsituation betreffen, sind deshalb auf mehrere Kapitel des Aktionsprogramms verteilt. Neben "Kinderpolitik auf Landesebene und im Land profilieren" nehmen insbesondere die Kapitel "Spielleitplanung", "Kinderbelange im Verkehrsbereich stärker berücksichtigen" und "Die natürliche Umwelt erhalten und für Kinder erlebbar machen" das Anliegen auf.

  • Im Jahr 2005 konnte der vom Ministerium des Innern und für Sport initiierte Dorferneuerungswettbewerb wieder als Impulsgeber für die Entwicklung kinderfreundlicher Wohn- und Lebensräume genutzt werden. Bereits zum 6. Mal wurde der Wettbewerb "Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung - Unser Dorf hat Zukunft" ausgetragen. Dabei wurden über 700 Bewerbungen eingereicht. Mit dem Wettbewerb werden Konzepte ausgezeichnet, an denen sich auch die jüngsten Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner beteiligt haben. Schon 2000 bis 2004 wurden über 19,1 Millionen Euro zur Förderung von insgesamt 321 kinder- und jugendfreundlichen Projekten eingesetzt.
  • Das Wohnumfeld für Kinder und Jugendliche konnte im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums des Innern und für Sport auch im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" verbessert werden. Inzwischen wurden in Rheinland-Pfalz 15 Städte mit insgesamt 29 Stadtquartieren aufgenommen. In den meisten dieser Quartiere sind im Rahmen des Programms Spiel- und Bolzplätze neu errichtet oder ausgebaut und modernisiert worden (z. B. Mainz und Trier). In einer Reihe von Gebieten der Sozialen Stadt wurden Schulhöfe geöffnet und für einen Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Schulzeiten hergerichtet (z.  B. Ludwigshafen). Mit erheblichem finanziellem Aufwand sind in vielen der Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf Bürger- bzw. Stadtteilhäuser und -Treffpunkte neu gebaut oder umgebaut worden. Die Einrichtungen sollen vor allem auch der offenen Kinder- und Jugendarbeit dienen, aber auch alle Bewohner eines Stadtteils bei gemeinsame Veranstaltungen integrieren (z. B. Idar-Oberstein, Trier, Wittlich und Koblenz/in Planung). Zu den begleitenden und ebenfalls geförderten Maßnahmen des Programms zählen Musikprojekte und Kunstaktionen für und mit Kindern (z. B. "Blauer Reiter" in Ludwigshafen). Zu den spektakulären Bauprojekten im Rahmen der Sozialen Stadt, die sich besonders an den Interessen der Kinder orientieren, gehören die Neugestaltung der Wasserspielplätze auf dem Goetheplatz und im Volkspark (Fertigstellung 2006) in Mainz.
  • Für den Bereich der Wohnungsbauförderung ist Folgendes zu sagen: Die Programme der sozialen Wohnraumförderung legen besonderen Wert darauf, Familien mit Kindern den Weg zu Wohneigentum zu ebnen. Das belegt zum einen die Kinderkomponente, die im Einzelfall die Höhe der Förderung maßgeblich bestimmt. Das zeigt sich zum anderen in der Bereitstellung von Mitteln. Zu Anfang des Jahres 2003 erschien für Eigentumsmaßnahmen ein Mittelvolumen von 20 Millionen Euro bedarfsgerecht. Tatsächlich benötigt wurden 50,5 Millionen Euro, die durch Wechsel der Einsatzart bereitgestellt werden konnten. Auch im Jahr 2004 wurde ein Zusatzprogramm mit einem Umfang von 33,2 Millionen Euro aufgelegt. Ähnlich verläuft die Entwicklung im Jahr 2005. Erschien zu Jahresbeginn ein Kontingent von 31 Millionen Euro sachgerecht, so wuchs das bereitgestellte Kontingent - wiederum nach Instrumentenwechsel - auf 85 Millionen Euro. Die Förderung erlaubte es mehr als 4.600 Familien Wohneigentum zu bilden. Die Programme des Jahres 2006 führen den bestehenden familien- und damit auch kinderfreundlichen Ansatz fort.
  • Die Beratung der Kommunen im Rahmen der Bauleitplanung unter Berücksichtigung der kriminalgeografischen Erkenntnis auch im Hinblick auf kindorientierte Aktionsräume wird als Aufgabe der Polizei wahrgenommen. Erarbeitet hat das Landeskriminalamt für die Beratung der Kommunen z. B. den Leitfaden "Städtebau und Kriminalprävention".