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Startseite > Kinderrechte > Schutz vor Gewalt und Missbrauch > Aspekte der Umsetzung

Aspekte der Umsetzung

Kinder, die in der Familie Gewalt erfahren, sind besonders gefährdet, selbst wieder gewalttätig zu werden oder mit anderen antisozialen Verhaltensweisen zu reagieren.
Mit dem "Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung" hat die Bundesrepublik Deutschland im November 2000 ein entsprechendes Leitbild gesetzlich verankert. Die Kampagne "Mehr Respekt vor Kindern" sollte diese Gesetzesänderung bekannt machen und Eltern und Gesellschaft den notwendigen Bewusstseinswandel in der Erziehung und die Folgen von Gewalt nahe bringen. Darüber hinaus gilt seit April 2002 das Kinderrechteverbesserungsgesetz. Es berücksichtigt stärker die Interessen von Kindern, die von Paargewalt in der Familie betroffen sind. Mit Hilfe dieses Gesetzes kann ein gewalttätiger Elternteil oder Lebensgefährte/gefährtin eines Elternteils zum Schutz der Kinder aus der Wohnung gewiesen werden. Ein besonderes Gewicht wird auf Prävention von Gewalt durch Aufklärung und Schulung von Eltern sowie von Fachleuten unterschiedlicher Berufszweige gelegt. Dennoch ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer gewaltfreien Erziehung noch nicht ausreichend verbreitet. Besonders hoch gewaltbelastete Familien müssen besser und früher erkannt werden.
Weitere zentrale Themen- und Aktionsbereiche sind Kindesmissbrauch, Kinderpornografie im Internet, Kinderhandel und -prostitution. 2003 hat die Bundesregierung einen Aktionsplan verabschiedet, der folgende Ziele verfolgt:

  • den strafrechtlichen Schutz von Kindern weiter zu entwickeln
  • Prävention und Opferschutz zu stärken
  • die internationale Strafverfolgung und Zusammenarbeit sicherzustellen sowie
  • die Vernetzung der Hilfs- und Beratungsangebote zu fördern

Immer wieder werden spektakuläre Fälle von Gewalt, Missbrauch und Verwahrlosung bekannt. Der Kindesvernachlässigung muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der sozialen Situation einer Familie und der Vernachlässigung der Kinder. Niederschwellige Angebote, Frühwarnsysteme und die Bemühungen, dass soziale Netz (noch) dichter zu machen, müssen verstärkt werden.

Ein Problem stellt die Gewalt zwischen Kindern und Jugendlichen dar. Besonders betroffen sind hier wiederum Schülerinnen und Schüler aus belasteten Familien und Schulen in sozialen Brennpunkten. Hier müssen problemadäquate Maßnahmen weiter entwickelt werden. Dabei haben vorbeugende Maßnahmen, Maßnahmen, die das gesamte Umfeld einbeziehen und die Kinder und Jugendlichen selbst beteiligen Vorrang vor Strafen. Beiträge zur Umsetzung des Rechtes von Kindern auf Schutz vor Gewalt sowie zur Unterstützung der Eltern sind für Rheinland-Pfalz dem Bericht zur Umsetzung der Aktionsprogramms "Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz" vom 15.03.2006 zu entnehmen.

  • Kinderschutzdienste

  • Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern

  • Elterntelefon des Kinderschutzbundes

  • Elternkurse "Starke Eltern - starke Kinder"

  • Modellprojekt "Starke Mütter - starke Kinder"

  • Rheinland-Pfälzisches Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen - RIGG

  • Qualifizierungsmaßnahmen für Tagespflegepersonen

  • Erziehungshilfeoffensive

  • Prävention im Team PIT

  • Polizeiliche Kriminalprävention an Schulen

  • Moderatorinnen und Moderatoren für Gewaltprävention an Schulen

  • Programm zur Primärprävention (PROPP) an Schulen

  • Ich und Du und Wir

  • Fachtagungen "Erkennen, Betreuen und Behandeln von jugendlichen Sexualtätern"

  • Chatten ohne Risiko

  • Surfen ohne Risiko

  • Rechtsextremismus im Internet

  • klicksafe.de

  • Medienkompetenz und Jugendschutz

Bildquelle oben:
Stadtverwaltung Ludwigshafen